Ford F-150 EcoBoost zieht 6,1 Tonnen mit V6

Blauer Ford F-150 EcoBoost fährt mit einem schwarzen Kastenanhänger auf einer Landstraße

Ein 3,5-Liter-Benziner mit sechs Zylindern und zwei Turbos darf in der stärksten US-Konfiguration bis zu 13.500 lb ziehen. Das sind rund 6.123 kg – und damit laut den offiziellen Modelljahr-2026-Tabellen sogar 200 lb mehr als beim Chevrolet Silverado 1500 mit 3,0-Liter-Duramax-Diesel.

Blauer Ford F-150 EcoBoost fährt mit einem schwarzen Kastenanhänger auf einer Landstraße
Der Ford F-150 beim Anhängerbetrieb. Die maximale US-Freigabe gilt nur für eine exakt passende Konfiguration. Bild: Ford Motor Company

13.500 lb gibt es nicht bei jedem F-150

Die große Zahl auf dem Datenblatt gehört zu einem F-150 SuperCrew mit Allradantrieb, 3,5-Liter-EcoBoost-V6, Tow/Haul Package 53T und optionalem Max Tow Axle Upgrade. Ford nennt für einen entsprechend ausgerüsteten 4×2 maximal 13.300 lb, während die passende 4×4-Version auf 13.500 lb kommt. Ein beliebiger F-150 mit EcoBoost darf diese Last also keineswegs automatisch anhängen.

Das Tow/Haul-Paket bringt unter anderem den Anhängeranschluss, den passenden Receiver, einen Ölkühler für die Automatik, Tow/Haul-Fahrprogramm, Anhängerstabilisierung und je nach Ausstattung weitere Assistenzsysteme mit. Das Max-Tow-Achspaket erhöht die zulässige Anhängelast, umfasst eine entsprechend ausgelegte Hinterachse und einen verstärkten Zwei-Zoll-Receiver. Dessen Gewichtsverteilungs-Freigabe reicht laut Ford bis 13.500 lb bei maximal 1.400 lb Stützlast – rund 635 kg.

Roter Ford F-150 STX SuperCab in Front-Dreiviertelansicht vor einer Berglandschaft
Motor, Kabine, Antrieb, Achse und Anhängepaket müssen zusammenpassen. Bild: Ford Motor Company

500 lb-ft: Der EcoBoost setzt auf Drehmoment

Der 3,5-Liter-EcoBoost ist ein V6 mit Direkteinspritzung, zwei Turboladern und Zehngang-Automatik. Sein maximales Drehmoment beträgt 500 lb-ft bei 3.500/min, umgerechnet rund 678 Nm. Damit liegt er nur knapp vor den 495 lb-ft beziehungsweise rund 671 Nm des 3,0-Liter-Duramax im Silverado 1500. Der Ford-Sieg in der Tabelle entsteht daher nicht durch einen sensationellen Drehmomentvorsprung, sondern durch das Zusammenspiel aus Motor, Übersetzung, Kühlung, Achse, Rahmen, Kupplung und zulässigen Gesamtgewichten.

Aufgeschnittener Ford 3,5-Liter-EcoBoost-V6 mit markierten Bauteilen und zwei Turboladern
Der 3,5-Liter-EcoBoost-V6 setzt auf zwei Turbolader und ein breites nutzbares Drehmomentband. Bild: Ford Motor Company

Bei der Leistung widersprechen sich sogar Fords eigene Unterlagen: Die aktuelle F-150-Anhängeinformation nennt 382 hp bei 5.250/min, während das offizielle technische Datenblatt 400 hp ausweist. Beide Dokumente nennen 500 lb-ft und dieselbe maximale Anhängelast. Weil Ford außerdem ausdrücklich darauf hinweist, dass Maximalleistung, Nutzlast und Anhängelast nicht zwingend gleichzeitig erreichbar sind, bleiben wir bei der für das Ziehen wichtigeren und übereinstimmenden Drehmomentangabe.

Nur 91 kg vor dem Duramax

Der Titel der US-Quelle spricht davon, dass der EcoBoost den Duramax „demütigt“. Nüchtern betrachtet beträgt der Unterschied 200 lb oder knapp 91 kg: Ford nennt 13.500 lb, Chevrolet für den Silverado 1500 bis zu 13.300 lb. Das ist ein knapper Tabellenplatz, keine technische Hinrichtung des Diesels.

Schwarzer Chevrolet Silverado 1500 in Front-Dreiviertelansicht vor Bergen
Der Chevrolet Silverado 1500 mit 3,0-Liter-Duramax bleibt mit maximal 13.300 lb nur knapp hinter dem Ford. Bild: Chevrolet

Der Reihensechszylinder-Diesel behält andere Vorteile: hoher Wirkungsgrad unter Last, entspannte Drehmomentabgabe und je nach Einsatz ein günstigerer Verbrauch. Umgekehrt reagiert der EcoBoost-Benziner lebhafter und erspart seinem Besitzer die Eigenheiten moderner Diesel-Abgasnachbehandlung. Welche Lösung besser passt, hängt stärker vom täglichen Einsatz als von 200 lb Differenz im Prospekt ab.

Was die US-Zahl in Österreich bedeutet

Die 6,1 Tonnen sind eine nordamerikanische Herstellerfreigabe für eine ganz bestimmte US-Ausführung. Sie lassen sich nicht einfach auf einen in Österreich zugelassenen F-150 übertragen. Maßgeblich sind die Eintragungen und Genehmigungsunterlagen des konkreten Fahrzeugs, die technisch zulässige Gesamtmasse des Gespanns, die Bremsanlage, die Kupplungsfreigabe und selbstverständlich die passende Führerscheinklasse.

Auch Ford selbst relativiert den Maximalwert: Passagiere, Ladung, Zubehör und Sonderausstattung können die tatsächlich verfügbare Anhängelast reduzieren. Bei einem schweren Trailer müssen außerdem Achslasten, Nutzlast und Stützlast gemeinsam gerechnet werden. Gerade bei Pickups ist oft nicht die Motorleistung, sondern die verbleibende Nutzlast der limitierende Faktor.

Der Diesel ist bei den Heavy Dutys weiterhin König

Dass ein Benzin-V6 die Half-Ton-Tabelle knapp anführt, bedeutet nicht das Ende des Diesels. In der schwereren Super-Duty-Klasse setzt Ford selbst weiterhin auf den 6,7-Liter-Power-Stroke-V8. Dort liegen die maximalen US-Anhängelasten je nach Modell und Kupplungssystem weit jenseits dessen, was ein F-150 ziehen darf.

Grauer Ford F-450 Super Duty zieht einen großen Fifth-Wheel-Wohnanhänger
Bei wirklich extremen Anhängelasten setzt auch Ford weiterhin auf einen großen Diesel: F-450 Super Duty mit Fifth-Wheel. Bild: Ford Motor Company

Der eigentliche Erfolg des EcoBoost liegt daher woanders: Ford zeigt, dass ein moderner Twin-Turbo-Benziner in einem leichten Full-Size-Pickup nicht nur schnell, sondern mit dem richtigen Gesamtpaket auch ein verdammt ernst zu nehmendes Zugfahrzeug sein kann.

Ford F-150 EcoBoost: vollständige offizielle Bildergalerie

Quellen: CarBuzz – How Ford’s 500-LB-FT EcoBoost V6 Tows 13,500 Pounds And Humbles A Duramax Diesel, Ford – 2026 F-150 Towing Information, Ford – 2026 F-150 Technical Specifications und Chevrolet – 2026 Silverado 1500 Max Trailering.

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