Silverado, Sierra oder Tundra: Welcher Full-Size-Pickup verbraucht am wenigsten?
Ein Diesel-Reihensechser gegen Toyotas Hybrid-V6: Beim Verbrauchsduell der großen US-Pickups liefern Chevrolet Silverado 1500 und GMC Sierra 1500 die besten EPA-Werte. Einen alleinigen Sieger gibt es streng genommen aber nicht – die beiden GM-Brüder liegen gleichauf. Im Gelände schrumpft der Vorsprung zusätzlich.

Drei Full-Size-Pickups, zwei völlig verschiedene Sparrezepte
Chevrolet Silverado 1500, GMC Sierra 1500 und Toyota Tundra sind ausgewachsene amerikanische Pickups. Wer hier Prius-Verbrauch erwartet, ist in der falschen Gewichtsklasse. Trotzdem unterscheiden sich die effizientesten Versionen deutlich.
General Motors hält am 3,0-Liter-Duramax-Turbodiesel fest. Toyota verzichtet beim aktuellen Tundra dagegen komplett auf einen Diesel und kombiniert beim i-FORCE MAX einen 3,4-Liter-Biturbo-V6 mit einem Elektromotor. Das klingt moderner, gewinnt den offiziellen Verbrauchsvergleich aber nicht.
Die besten EPA-Werte im Vergleich
| Modell und Antrieb | Stadt | Highway | Kombiniert | ca. l/100 km kombiniert |
|---|---|---|---|---|
| Silverado 1500 3.0 Duramax, 2WD | 23 mpg | 28 mpg | 25 mpg | 9,4 |
| Sierra 1500 3.0 Duramax, 2WD | 23 mpg | 28 mpg | 25 mpg | 9,4 |
| Tundra i-FORCE MAX Hybrid, 2WD | 20 mpg | 24 mpg | 22 mpg | 10,7 |
Damit liegen Silverado und Sierra jeweils drei mpg vor dem Tundra. Die US-EPA misst mit amerikanischen Gallonen; die Umrechnung in Liter pro 100 Kilometer ist gerundet und nicht mit einem europäischen WLTP-Wert gleichzusetzen.
Silverado und Sierra: ein technisches Unentschieden
Der Duramax ist in beiden GM-Pickups derselbe 3,0-Liter-Reihensechszylinder. Er leistet 305 hp, rund 309 PS, und 495 lb-ft beziehungsweise etwa 671 Nm. Eine Zehngangautomatik überträgt die Kraft. Für einen Full-Size-Pickup sind 25 mpg kombiniert und 28 mpg auf dem Highway bemerkenswert.
Autoblog gibt dem Silverado den Sieg, weil er in der Basis günstiger positioniert ist. Beim reinen Verbrauch ist das allerdings kein Sieg über den Sierra: Die effizientesten Zweiradversionen tragen exakt dieselben EPA-Werte. Der GMC ist eher die luxuriöser vermarktete Alternative mit anderem Design und gehobenen Denali-Ausstattungen.

Tundra Hybrid: mehr Kraft, aber nicht weniger Durst
Toyotas i-FORCE MAX liefert 437 hp, rund 443 PS, und kräftige 583 lb-ft beziehungsweise etwa 790 Nm. Der Hybrid ist somit deutlich stärker als der Duramax. Sein Elektromotor sitzt zwischen Biturbo-V6 und Zehngangautomatik und unterstützt besonders beim Anfahren und Beschleunigen.
Das System wurde aber nicht als kompromissloser Spar-Hybrid entwickelt. Es soll vor allem Drehmoment und Leistungsentfaltung verbessern. Mit 22 mpg kombiniert und 24 mpg auf dem Highway bleibt der effizienteste 2WD-Tundra daher hinter den beiden Dieseln. Der normale Biturbo-V6 ohne Hybrid erreicht in seiner günstigsten Zweiradkonfiguration rund 20 mpg kombiniert.

Für 4-wheel.at entscheidend: Was passiert mit Allrad und Offroad-Reifen?
Die 25-mpg-Bestwerte gelten für 2WD-Versionen. Bei den für österreichische Pickup-Fans interessanteren Allradmodellen steigen Luft- und Rollwiderstand sowie das Fahrzeuggewicht. Die EPA-Daten für das Modelljahr 2026 zeigen das deutlich:
- Silverado/Sierra Duramax 4WD: je nach Ausführung bis zu 24 mpg kombiniert, rund 9,8 l/100 km
- Tundra i-FORCE MAX 4WD: bis zu 20 mpg kombiniert, rund 11,8 l/100 km
- Silverado ZR2 Duramax: 21 mpg kombiniert, rund 11,2 l/100 km
- Sierra AT4X Duramax: 19 mpg kombiniert, rund 12,4 l/100 km
- Tundra TRD Pro Hybrid: 19 mpg kombiniert, ebenfalls rund 12,4 l/100 km
Bei den extremsten Offroad-Versionen liegen Sierra AT4X und Tundra TRD Pro damit gleichauf. Grobstollige Reifen, höheres Fahrwerk, Unterfahrschutz und zusätzliches Gewicht kosten messbar Effizienz. Der Silverado ZR2 Diesel bleibt laut EPA etwas sparsamer, verbraucht aber ebenfalls deutlich mehr als der für den Rekordwert optimierte 2WD-Pickup.

Diesel gegen Hybrid: Kosten lassen sich nicht nur in mpg messen
Der Verbrauch allein entscheidet noch nicht über die Betriebskosten. Diesel und Benzin kosten unterschiedlich, der Duramax verlangt eine Abgasnachbehandlung samt AdBlue beziehungsweise DEF, und Wartung sowie Importzulassung können in Europa teuer werden. Beim Tundra stehen dem höheren Verbrauch die größere Systemleistung und der Verzicht auf einen modernen Dieselmotor gegenüber.
Auch Anhängerbetrieb, Winter, kurze Strecken und Gelände verändern den Realverbrauch massiv. EPA-Werte sind standardisierte Vergleichswerte, keine Verbrauchsgarantie. Besonders bei Pickups können Kabine, Ladefläche, Achsübersetzung, Reifen und Ausstattung mehrere mpg Unterschied verursachen.
Fazit: GM gewinnt – aber Chevrolet nicht allein
Der 3,0-Liter-Duramax ist der effizienteste Antrieb in diesem Vergleich. Silverado 1500 und Sierra 1500 erreichen als 2WD jeweils 25 mpg kombiniert und teilen sich deshalb den ersten Platz. Der Chevrolet erhält höchstens wegen seines niedrigeren Einstiegspreises einen kleinen Gesamtvorteil.
Der Toyota Tundra i-FORCE MAX folgt mit 22 mpg. Sein Hybrid ist kein schwächliches Sparmodell, sondern ein 437-hp-Kraftpaket. Für Offroad-Fans ist die zweite Tabelle ohnehin spannender: Mit Allrad, Höherlegung und groben Reifen rücken die Werte zusammen – und aus dem vermeintlich glasklaren Sieg wird eine wesentlich knappere Angelegenheit.
Offizielle Bildergalerie
- Chevrolet Silverado 1500 fährt durch tiefen Schlamm. Bild: Chevrolet/General Motors
- Chevrolet Silverado 1500 ZR2 an einem See in den Bergen. Bild: Chevrolet/General Motors
- Roter GMC Sierra 1500 auf einem Waldweg. Bild: GMC/General Motors
- Roter GMC Sierra 1500 im felsigen Gelände. Bild: GMC/General Motors
- Weißer Toyota Tundra TRD Pro auf einem Waldweg. Bild: Toyota
- Toyota Tundra TRD Pro von hinten im Wald. Bild: Toyota
Quellen
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