Ford F-250 gegen Ram 2500 und Silverado 2500HD: Wer zieht am meisten?

Ford F-250 Super Duty mit Tieflader und Bagger auf einer Straße

Ford F-250, Ram 2500 und Chevrolet Silverado 2500HD gehören zu den klassischen amerikanischen Dreivierteltonnern. Beim maximal freigegebenen Anhängergewicht liegt einer tatsächlich vorne – aber der Vorsprung beträgt nur rund 263 Kilogramm. Und wer wirklich schwer ziehen will, sollte weit mehr als die größte Zahl im Prospekt vergleichen.

Ford F-250 Super Duty mit Tieflader und Bagger auf einer Straße
Mit bis zu 23.000 lb Anhängelast setzt sich der Ford F-250 in diesem Dreiervergleich knapp an die Spitze. Bild: Ford

Das Ergebnis in Zahlen

Autoblog stellt die drei Heavy-Duty-Pickups anhand ihrer maximalen US-Anhängelasten gegenüber. Wir haben die Werte mit den verfügbaren Herstellerangaben und offiziellen Zuglastunterlagen abgeglichen. Das Ergebnis:

Modell Maximale Anhängelast Umgerechnet Stärkster Diesel
Ford F-250 Super Duty 23.000 lb ca. 10.433 kg 500 hp / 1.200 lb-ft
Chevrolet Silverado 2500HD 22.420 lb ca. 10.170 kg 470 hp / 975 lb-ft
Ram 2500 20.000 lb ca. 9.072 kg 430 hp / 1.075 lb-ft

Rein nach dem absoluten Maximalwert gewinnt also der Ford F-250. Der Silverado liegt aber nur 580 lb beziehungsweise rund 263 kg dahinter. Zum Ram beträgt der Abstand 3.000 lb oder ungefähr 1.361 kg.

Wichtig: Das sind amerikanische Bestwerte unter genau definierten Bedingungen. Sie gelten nicht pauschal für jede Kabine, Ladefläche, Achsübersetzung oder Allradversion – und schon gar nicht automatisch als europäische Zulassungswerte.

Ford F-250: stärkster Diesel und höchste Zahl

Ford bietet für den Super Duty zwei 6,7-Liter-Power-Stroke-Diesel an. Die High-Output-Version liefert 500 US-hp, rund 507 PS, und mächtige 1.200 lb-ft beziehungsweise etwa 1.627 Nm. Damit hat der Ford im Vergleich sowohl die höchste Motorleistung als auch das größte Drehmoment.

Der offizielle Ford-Zuglastleitfaden nennt für passend konfigurierte F-250-Versionen bis zu 23.000 lb. Dafür müssen Motor, Achse, Aufbau und Anhängevorrichtung zusammenpassen; je nach Konfiguration ist unter anderem das High-Capacity Axle Upgrade Package erforderlich. Ein luxuriöser Crew Cab mit Allrad, Zubehör und voller Besatzung kann deutlich weniger Reserve haben als das für den Bestwert optimierte Fahrzeug.

Ford F-250 Super Duty mit großem Wohnanhänger in Fahrt
Die tatsächliche Freigabe hängt bei allen drei Pickups von Aufbau, Achse, Motor, Allrad und Anhängertyp ab. Bild: Ford

Silverado 2500HD: nur eine Vierteltonne zurück

Chevrolets 6,6-Liter-Duramax-V8 kommt auf 470 hp, rund 477 PS, und 975 lb-ft beziehungsweise etwa 1.322 Nm. Geschaltet wird über eine Allison-Zehngangautomatik. Chevrolet nennt für den Silverado 2500HD maximal 22.420 lb; für den Crew Cab werden separat bis zu 22.070 lb ausgewiesen.

Damit verliert der Chevy den Papiervergleich nur denkbar knapp. Sein großer Trumpf im Alltag ist die umfangreiche Anhängertechnik: Je nach Ausstattung stehen zahlreiche Kameraperspektiven, eine Ansicht für den Kupplungsbereich und die bekannte „Transparent Trailer“-Darstellung zur Verfügung. Beim Rangieren eines breiten oder hohen Anhängers kann gute Sicht wertvoller sein als die letzten 263 Kilogramm theoretische Zuglast.

Roter Chevrolet Silverado 2500HD mit Tieflader und Traktor
Der Silverado 2500HD liegt beim Maximalwert nur 580 lb hinter dem Ford. Bild: Chevrolet/General Motors

Ram 2500: weniger Zuglast, aber mehr Drehmoment als der Chevy

Der aktuelle High-Output-Cummins im Ram 2500 ist ein 6,7-Liter-Reihensechszylinder mit 430 hp, rund 436 PS, und 1.075 lb-ft beziehungsweise rund 1.458 Nm. Er arbeitet mit einer TorqueFlite-HD-Achtgangautomatik. Ram nennt offiziell 20.000 lb maximale Diesel-Anhängelast und 3.600 lb maximale Diesel-Nutzlast.

Der Ram liegt bei der Zuglast auf Rang drei, bietet aber 100 lb-ft mehr Drehmoment als der Duramax. Dazu kommen je nach Paket Trailer Reverse Steering Control, Anhänger-Reifendrucküberwachung und eine automatische Niveauregulierung der Hinterachse. Auch hier gilt: Der niedrigere Maximalwert macht ihn nicht automatisch zum schlechteren Zugfahrzeug für jede reale Aufgabe.

Roter Ram 2500 Laramie mit Anhänger und zwei Geländefahrzeugen
20.000 lb maximale Diesel-Zuglast reichen beim Ram 2500 immer noch für mehr als neun Tonnen. Bild: Ram/Stellantis

Warum der Prospektsieger nicht automatisch der beste Kauf ist

Bei schweren Anhängern entscheidet nicht nur die Anhängelast. Mindestens ebenso wichtig sind:

  • GCWR: das zulässige Gesamtgewicht des kompletten Gespanns
  • Nutzlast: Stützlast, Passagiere, Werkzeug und Zubehör müssen auf den Pickup gerechnet werden
  • Achslasten und Reifen: oft wird zuerst die Hinterachse oder Reifentragfähigkeit zum Limit
  • Anhängertyp: konventioneller Kugelkopf, Fifth Wheel und Gooseneck haben unterschiedliche Tabellen
  • Aufbau: Regular Cab, Crew Cab, Ladeflächenlänge und 4×4 verändern Eigengewicht und Freigabe
  • Führerschein und Zulassung: US-Werkswerte lassen sich nicht eins zu eins nach Österreich übertragen

Deshalb sollte man immer die konkrete Fahrgestellnummer, das Türsäulenetikett, die Achsübersetzung und die fahrzeugspezifische Zuglasttabelle prüfen. Eine Zahl aus der Werbung reicht bei einem Zehn-Tonnen-Anhänger nicht.

Fazit: Ford gewinnt knapp – auf dem Papier

Nach maximaler Anhängelast ist der Ford F-250 mit 23.000 lb der klare Sieger dieser Tabelle. „Klar“ bedeutet hier allerdings nicht „haushoch“: Der Silverado 2500HD bleibt mit 22.420 lb fast gleichauf. Der Ram 2500 folgt mit 20.000 lb, kontert aber mit starkem Cummins-Drehmoment und interessanter Fahrwerks- und Rangiertechnik.

Wer tatsächlich regelmäßig am absoluten Limit zieht, findet beim Ford die größte Reserve. Für alle anderen sollte die Entscheidung von der realen Konfiguration, Nutzlast, Anhängertechnik, Werkstattversorgung und persönlichen Vorliebe abhängen – nicht nur von einer einzigen Rekordzahl.

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Quellen

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