Ram 1500 HEMI 2027: V8 verliert eTorque und Start-Stopp

Grauer Ram 1500 Rumble Bee 2027 in schneller Fahrt auf einer Rennstrecke

Weniger Kabelsalat, kein automatisches Absterben an der Ampel und weiterhin acht Zylinder: Ram baut den 5,7-Liter-HEMI im 1500 wieder ohne eTorque-Mildhybrid. Der konventionelle V8 soll im Lauf des Modelljahres 2027 den elektrifizierten HEMI ablösen. Für Fans klassischer US-Pickups klingt das fast wie eine Rolle rückwärts – diesmal allerdings eine ziemlich sympathische.

Bild: Stellantis

Der HEMI bleibt, der Mildhybrid muss gehen

Ram hat gegenüber Motor1 bestätigt, dass der 5,7-Liter-HEMI im Ram 1500 auf eine Ausführung ohne eTorque umgestellt wird. Damit verschwinden der riemengetriebene Startergenerator, die zusätzliche 48-Volt-Batterie und auch die automatische Start-Stopp-Funktion. Der V8 bleibt dabei keineswegs ein kastrierter Restposten: Genannt werden weiterhin 395 hp und 410 lb-ft Drehmoment, umgerechnet rund 400 PS und 556 Nm.

Das ist insofern bemerkenswert, als Ram den HEMI erst für das Modelljahr 2026 in den 1500 zurückgeholt hatte – damals serienmäßig mit eTorque. Nach dem kurzen V8-Loch im Modellprogramm war die Rückkehr bereits ein Friedensangebot an die Mopar-Fraktion. Nun wird aus dem zurückgekehrten HEMI wieder ein klassischerer Antrieb.

Grauer Ram 1500 Rumble Bee 2027 in schneller Fahrt auf einer Rennstrecke
Der 5,7-Liter-HEMI ohne eTorque debütierte im neuen Ram 1500 Rumble Bee. Bild: Stellantis

Was eTorque bisher erledigte

eTorque ist kein Vollhybrid, der den schweren Pickup kilometerweit elektrisch bewegt. Das 48-Volt-System ersetzt den gewöhnlichen Generator durch eine riemengetriebene Motor-Generator-Einheit. Sie kann Bremsenergie zurückgewinnen, den Verbrenner beim Anfahren kurz unterstützen und besonders schnelle Start-Stopp-Vorgänge ermöglichen.

Genau dieses automatische Abschalten war bei vielen Fahrern unbeliebt. Ohne eTorque bleibt der V8 an der Ampel schlicht laufen. Außerdem fallen zusätzliche Bauteile weg, was den Antrieb einfacher macht. Ob sich das langfristig bei Gewicht, Wartung oder Zuverlässigkeit spürbar bemerkbar macht, lässt sich derzeit aber noch nicht seriös sagen.

Kein kompletter Abschied vom Spritsparen

Ganz auf Verbrauchstricks verzichtet Ram nicht. Die Zylinderabschaltung MDS bleibt erhalten und legt bei geringer Last vier Zylinder still. Auch die Achtgangautomatik TorqueFlite 8HP75 bleibt an Bord. Aus dem 5,7er wird also kein technisch eingefrorener Oldschool-Motor, sondern ein moderner HEMI ohne 48-Volt-Unterstützung.

Motorraum des Ram 1500 Rumble Bee 2027 mit 5,7-Liter-HEMI-V8
Unter der Haube des Basis-Rumble-Bee arbeitet der 5,7-Liter-HEMI ohne 48-Volt-Mildhybrid. Bild: Stellantis

Für die Rumble-Bee-Premiere nennt Ram außerdem die bekannte Leistung von 395 hp. Der Hersteller hat bislang nicht angekündigt, dass sich Leistung oder Drehmoment beim Einzug des Non-eTorque-Motors in weitere 1500-Ausstattungen ändern. Auch neue Verbrauchswerte fehlen noch. Weniger Hybridtechnik bedeutet schließlich nicht automatisch weniger Verbrauch – an dieser Stelle müssen die offiziellen EPA-Daten abgewartet werden.

Der Wechsel passiert nicht auf einen Schlag

Käufer sollten beim Modelljahr 2027 genau auf die Ausstattungsliste schauen. Laut Ram werden zunächst noch einzelne 2027er-Pickups mit eTorque gebaut. Die ersten 1500 mit dem konventionellen 5,7-Liter-V8 sollen im Herbst 2026 bei US-Händlern eintreffen. Während der Umstellung können also beide Varianten parallel auftauchen.

Noch offen ist, in welchen Ausstattungslinien der Motor zuerst angeboten wird und ob Ram den Preis des HEMI-Pakets verändert. Konzernseitig wurde bereits angedeutet, dass der günstigere Antrieb auch tiefer in die Express- und Black-Express-Palette wandern kann. Eine vollständige US-Preisliste für sämtliche Kombinationen steht aber noch aus.

Grauer Ram 1500 Rumble Bee 2027 in Front-Dreiviertelansicht
Der Basis-Rumble-Bee zeigt, wie der HEMI ohne eTorque in der Praxis verpackt wird. Bild: Stellantis

Ein Sieg für Puristen – mit einem kleinen Aber

Aus Enthusiastensicht ist die Sache schnell erzählt: weniger Zusatztechnik, kein Start-Stopp und derselbe 5,7-Liter-V8-Sound – passt. Der Schritt macht den Ram 1500 zwar nicht plötzlich zum analogen Muscle Car, bringt den HEMI aber näher an das heran, was viele Fans unter einem amerikanischen V8-Pickup verstehen.

Das kleine Aber: Ram streicht ein System, das zumindest beim Anfahren, Rekuperieren und im Stadtverkehr einen Effizienzbeitrag geleistet hat. Ob der simplere HEMI im Alltag wirklich die bessere Gesamtbilanz liefert, werden erst Preise, Verbrauchswerte und Erfahrungen der Besitzer zeigen. Emotional hat der klassische V8 die Abstimmung jedenfalls schon gewonnen.

Ram 1500 Rumble Bee 2027: vollständige Pressebildergalerie

Quellen: Motor1 – Ram’s Hemi V8 Is Losing Its Hybrid System, offizielle Ram-Presseinformation zum Rumble Bee und offizielle Stellantis-Pressegalerie zum Ram 1500

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